Der Abszess wird an der oberflächlichsten oder tiefsten Stelle eröffnet, Eiter wird abgeleitet und ein dauerhafter Drainageweg geschaffen, um die Infektionsquelle zu beseitigen, Schmerzen zu lindern und Ausbreitung zu verhindern.
Inzision und Drainage sind grundlegende chirurgische Maßnahmen bei tiefen oder oberflächlichen Abszessen. Wenn infiziertes Gewebe nekrotisch verflüssigt und eine Eiterhöhle gebildet hat, reichen Antibiotika allein meist nicht aus. Der Abszess muss chirurgisch eröffnet, Eiter abgeleitet und eine Drainage eingelegt werden, um Druck und Schmerzen zu reduzieren, Infektionsausbreitung zu verhindern und Heilung zu fördern. Die Logenanatomie im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich ist komplex; ein unbehandelter Abszess kann sich in Nachbarlogen ausbreiten und schwere Komplikationen wie Sinus-cavernosus-Thrombophlebitis oder Mediastinalinfektion auslösen und lebensbedrohlich werden.
Schnellübersicht
Behandlung
30 mins – 2 hours
Beobachtung
1 days – 0.3 months
Geschätzte Kosten
€62
Abteilung
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Für wen ist das geeignet
Schritt-für-Schritt-Ablauf

Patientendaten werden überprüft, Lage und Ausdehnung des Abszesses bestätigt und die Einwilligung unterschrieben.
Oberflächliche Abszesse werden in lokaler Infiltrationsanästhesie, tiefe Abszesse in Vollnarkose behandelt.
Der Schnitt wird am tiefsten oder oberflächlichsten Punkt des Abszesses gesetzt, entlang von Hautlinien oder Gefäß-Nerven-Verläufen, um wichtige Strukturen zu schonen. Bis zur Eiterhöhle wird eröffnet, stumpf gespreizt und Eiter ausreichend drainiert. Anschließend wird mit steriler Kochsalzlösung gründlich gespült, bis der Abfluss weitgehend klar ist; bei Bedarf wählt der Arzt eine geeignete Spüllösung.
Ein Drainagematerial wird eingelegt.
Meist einmalige Inzision und Drainage; danach sind tägliche oder zweitägliche Verbandwechsel, Spülungen und Beobachtung der Drainagemenge nötig. Wenn die Drainage deutlich abnimmt, Schwellung und Schmerzen nachlassen und die Abszesshöhle kleiner wird, wird die Drainage entfernt; danach erfolgen weitere Verbandwechsel bis zur Wundheilung. Ob systemische Antibiotika nötig sind, wird nach Infektionsausdehnung, Allgemeinsymptomen und Grunderkrankungen beurteilt.
Kosteninformationen
Geschätzte Preisspanne
€62
Enthaltene Leistungen
Die Kosten umfassen meist Anästhesie, Abszessinzision und -drainage, lokale Spülung mit Medikamentenauftrag und postoperative Verbandwechsel; bei größerer Ausdehnung, Vollnarkose oder stationärer Behandlung steigen die Kosten.
Vor Ihrem Besuch
Wenn Sie bereits aktuelle, gültige Testergebnisse haben, bringen Sie die Berichte mit. Andernfalls können diese Untersuchungen in der Regel vor dem Eingriff in China durchgeführt werden.
Klinische Untersuchung: Palpation auf Fluktuation, Beurteilung von Schwellungsausdehnung, Hautfarbe, Hauttemperatur und Mundöffnung
Punktion: Bei Verdacht auf tiefen Abszess Punktion; Eiteraspiration bestätigt die Diagnose
Bildgebung:
Panoramaschichtaufnahme: Beurteilung odontogener Infektionsquellen,
CT: Bei Logeninfektionen zur genauen Lokalisierung, Ausdehnung und Beziehung der Eiterhöhle zu wichtigen Strukturen
Labor: Blutbild (Leukozytenzahl, neutrophiler Anteil), C-reaktives Protein, Procalcitonin zur Einschätzung der Infektionsschwere
Bakterienkultur + Antibiogramm: Eiterprobe zur Steuerung der späteren Antibiotikatherapie
Mitbringen erforderlich
Unterlagen zu Allgemeinerkrankungen, insbesondere Diabetes, Immunsuppression oder Gerinnungsstörung
Frühere zahnärztliche Behandlungsunterlagen
Aktuelle Bildgebungsergebnisse (periapikales Röntgenbild, Panoramaschichtaufnahme, CBCT oder CT, falls vorhanden)
Aktuelle Infektionslaborwerte wie Blutbild oder C-reaktives Protein (falls bereits vorhanden)
Medikamentenallergien und aktuelle Medikamentenliste
Eine erwachsene Begleitperson für Heimweg und Beobachtung wird empfohlen; bei Vollnarkose, Sedierung, größeren Eingriffen, Kindern oder eingeschränkter Mobilität sollte die Begleitung nach Klinikvorgaben organisiert werden.
Nach der Behandlung
Drainage offen halten und Verrutschen oder Verstopfung verhindern.
Lokale Sauberkeit erhalten; intraorale Schnitte können mit Chlorhexidin-Mundspülung gespült werden.
Verbandwechsel nach ärztlicher Anweisung pünktlich wahrnehmen und Drainage nicht eigenständig vorzeitig entfernen.
Wenn der Arzt Antibiotika verordnet, den Behandlungszyklus nach Anweisung abschließen und nicht eigenständig erhöhen oder absetzen.
Körpertemperatur, Schwellungsausdehnung und Schmerzintensität eng beobachten.
Bei Atemnot, Schluckbeschwerden, anhaltend hohem Fieber oder rascher Ausbreitung der Schwellung sofort notfallmäßig vorstellen.
Diabetiker müssen den Blutzucker streng kontrollieren.
Nach der Operation meist tägliche oder zweitägliche Verbandwechsel und Kontrollen, bis die Drainage deutlich abnimmt und Schwellung sowie Schmerzen nachlassen; etwa 3 Tage nach Entfernung der Drainage Kontrolle der Wundheilung. Bei Fieber, Schwellungsausbreitung oder zunehmender Mundöffnungseinschränkung früher vorstellen.
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