Eitrige Entzündung in potenziellen Faszienräumen des Kiefer-Gesichts-Bereichs, meist durch Ausbreitung odontogener Infektionen. Schwere Verläufe können lebensbedrohlich sein und gehören zu den häufigsten akuten schweren MKG-Erkrankungen.

Häufige Symptome
Konzentrieren Sie sich zuerst auf die wichtigsten Entscheidungshinweise: häufige Symptome, die Patienten oder Situationen, die meist eine Abklärung auslösen, und Anzeichen, die schneller bewertet werden sollten.
Häufige Symptome
Anzeichen, die Patienten vor der Abklärung oft bemerken
Lokal Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz und Funktionsstörung
Allgemeinsymptome: Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Appetitverlust und Kopfschmerz; schwer können Sepsiszeichen wie schneller Puls, schnelle Atmung und Blutdruckabfall auftreten
Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Typische Patienten und Situationen, die eine Überprüfung erfordern
Menschen mit odontogenen Infektionen wie apikaler Parodontitis, Weisheitszahn-Perikoronitis oder Parodontitis, über 70 Prozent
Diabetespatienten, besonders bei schlechter Blutzuckerkontrolle
Immunsupprimierte Personen, etwa Langzeit-Steroidtherapie, Chemotherapie, AIDS oder nach Organtransplantation
Kinder, bei denen lymphogene Infektionen wie Tonsillitis oder Lymphadenitis häufiger ausbreiten
Unklare Schwellung, Schmerzen oder Fieber im Kiefer-Gesichts-Bereich
Gesichtsschwellung nach Zahnschmerz, besonders mit eingeschränkter Mundöffnung
Rasch zunehmende Gesichtsschwellung mit hohem Fieber und Schüttelfrost
Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Atemnot
Mundbodenschwellung mit angehobener Zunge und Speichelfluss
Tastbare Fluktuation im Kiefer-Gesichts-Bereich, Hinweis auf Abszess
Dringende Abklärung
Bei Atemnot, Stridor, Mundbodenschwellung mit angehobener Zunge, hohem Fieber und Schüttelfrost, schnellem Puls, Blutdruckabfall, innerhalb von Stunden zunehmender Gesichtsschwellung, Schluckbeschwerden, Unfähigkeit zu essen, schwerer Kieferklemme oder Bewusstseinsveränderung sofort notfallmäßig behandeln lassen. Atemwegskompression und Sepsis sind möglich.
Behandlungsansätze
Therapieprinzip: wirksame antiinfektiöse Behandlung, ausreichende Drainage, Beseitigung der Ursache und systemische Unterstützung; dringliche Versorgung ist nötig
Konservative Behandlung bei früher Infektion ohne Abszess und milden Allgemeinsymptomen: systemische Antibiotika, symptomatische Unterstützung mit Fiebersenkung, Flüssigkeit und Ernährung, Kontrolle von Grunderkrankungen, besonders Diabetes
Chirurgische Behandlung bei gebildetem Abszess, fehlender Besserung nach 24-48 Stunden konservativer Therapie, Atemnot oder Sepsiszeichen: Inzision an der fluktuierendsten oder tief liegenden Stelle, stumpfes Eröffnen der Abszesshöhle, vollständige Eiterentleerung und Drainage
Ursache entfernen, etwa Herdzahn extrahieren, periapikale Läsion behandeln oder Perikoronitis sanieren
Bei Atemwegskompression oder Atemnot Tracheotomie oder Intubation; schwere Fälle benötigen ICU-Überwachung
Was den Behandlungsplan normalerweise bestimmt
Klinische Beurteilung
Dies sind die wichtigsten Bereiche, die Ärzte normalerweise zuerst prüfen. Wenn Sie bereits relevante Untersuchungs- oder Bildgebungsberichte haben, bringen Sie diese mit, um die Beurteilung zu beschleunigen. Sie sind hilfreich, aber nicht erforderlich, und die gleiche Abklärung kann auch in China durchgeführt werden.
Atemwegsbeurteilung: ob Atemnot besteht
Stridor
Mundbodenschwellung
Zungenhebung, Fähigkeit flach zu liegen und Erstickungsrisiko
Allgemeinzustand: Vitalzeichen wie Temperatur, Puls, Atemfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung sowie Zeichen von Sepsis oder septischem Schock
Lokale Infektion: welcher oder welche Räume betroffen sind
Schwellungsausdehnung
Ob Fluktuation als Abszesshinweis besteht
Hautfarbe und Spannung
Mundöffnungsweite
Systemische Komplikationen: Mediastinitis
Perikarditis
Hirnabszess
Sepsis
Infektionsquelle: odontogen/lymphogen/traumatisch/hämatogen
Grunderkrankungen: Diabetes
Immundefekt
Gerinnungsstörung
Leber- und Nierenfunktion
Vor Ihrer Reise
Falls vorhanden, Unterlagen zu allgemeinen Erkrankungen und zahnärztlichen Behandlungen sowie aktuelle Bildgebung und Laborbefunde mitbringen
Planungshinweise
Vorab-Beurteilung erforderlich
Eine MKG-fachliche Untersuchung ist erforderlich; je nach Befund erfolgen orale Untersuchung, parodontale Sondierung, Pulpa-Vitalitätstest, periapikale Aufnahme, Panoramaschichtaufnahme oder CBCT. Wichtig sind klinische Beurteilung der betroffenen Räume, Schwellung, Fluktuation, Hautspannung, Mundöffnung und Infektionsquelle; Labor mit Blutbild, Eiterkultur und Antibiogramm, Blutzucker und HbA1c, Leber-/Nierenfunktion und Elektrolyten; CT des Kiefer-Gesichts-Bereichs zur Ausdehnung, Abszesslage, Fremdkörpern, Knochenzerstörung und Ausbreitung in Hals oder Mediastinum, ggf. Hals- und Thorax-CT. Klinische Befunde, CT, Blutbild, CRP, Prokalzitonin sowie Blutzucker/HbA1c sollten mitgebracht werden.
Vorab-Beurteilung aus der Ferne
Intraorale Fotos, Verlauf von Schmerz und Schwellung, frühere zahnärztliche Unterlagen und Bildgebung können online zur ersten Triage, Dringlichkeitseinschätzung und groben Therapieplanung eingereicht werden. Die endgültige Diagnose erfordert Untersuchung vor Ort und ggf. Bildgebung.
Multidisziplinäre Beurteilung
Je nach Befund wird eine Beurteilung durch ein multidisziplinäres Team (MDT) aus MKG-Chirurgie, Zahnerhaltung/Endodontie, Parodontologie, Prothetik, Kieferorthopädie, Radiologie, Anästhesie oder weiteren Fächern empfohlen, besonders bei komplexen Infektionen, Tumoren, Traumata, Kieferläsionen oder erhöhtem Allgemeinrisiko.
Medizinische Vorgeschichte wichtig
Frühere zahnärztliche Behandlungen, Bildgebung, Allergien, Einnahme von Antikoagulanzien oder Bisphosphonaten, Diabetes und immunologische Erkrankungen beeinflussen Diagnostik, Anästhesie, Blutungs- und Infektionsrisiko sowie die Therapieplanung.
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