Eine vollständige herausnehmbare Prothese für zahnlose Patienten, die durch Saugkraft und atmosphärischen Druck auf dem Alveolarkamm hält und Kauen, Sprechen sowie Gesichtsform wiederherstellt.
Eine Totalprothese ist ein herausnehmbarer Zahnersatz für vollständig zahnlose Kiefer und besteht aus künstlichen Zähnen und Prothesenbasis. Anders als herausnehmbare Teilprothesen, die sich an Restzähnen abstützen, hält eine Totalprothese vollständig durch Saugkraft zwischen Basis und Mundschleimhaut sowie atmosphärischen Druck. Daher sind präzise Abformung, korrekte Registrierung der Kieferrelation und hohes zahntechnisches Können besonders wichtig. Nach Versorgung mit einer Totalprothese brauchen Patienten eine längere Eingewöhnung, meist 1-3 Monate, da der Wechsel von zahnlos zu bezahnt schrittweise adaptiert werden muss. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt etwa 5-8 Jahre; mit fortschreitender Alveolarkammresorption sind regelmäßige Unterfütterung oder Neuanfertigung nötig. Implantatgetragene Deckprothesen verbessern Halt und Stabilität deutlich, doch traditionelle Totalprothesen bleiben wegen geringerer Kosten für viele zahnlose Patienten die erste Wahl.
Schnellübersicht
Behandlung
1 hours – 2 hours
Beobachtung
0 mins – 1 days
Geschätzte Kosten
€500 – €5,100
Abteilung
Prothetik
Für wen ist das geeignet
Schritt-für-Schritt-Ablauf

Beim ersten Termin wird ein Erstabdruck des zahnlosen Kiefers genommen. Alginat-Abdruckmaterial erfasst den gesamten Alveolarkamm und die Umschlagfalte. Danach wird ein Erstmodell ausgegossen und ein individueller Löffel für den späteren Funktionsabdruck hergestellt.
Beim zweiten Termin wird mit dem individuellen Löffel der definitive Abdruck genommen. Mittels Funktionsrandgestaltung wird die Schleimhautform präzise erfasst; Alveolarkamm, Umschlagfalte und Frenulumkerben müssen genau registriert werden, da dies entscheidend für die Passung der Prothesenbasis ist. Nach Ausgießen des definitiven Modells werden Basis und Wachswall im Labor hergestellt.
Beim dritten Termin wird die Kieferrelation bestimmt. Auf der Basis werden Wachswälle angefertigt, vertikale Dimension und zentrische Relation registriert. Die vertikale Dimension bezeichnet den Abstand zwischen oberem und unterem Alveolarkamm in physiologischer Ruheschwebe des Unterkiefers und wird meist anhand von Gesichtsproportionen, Sprechen und Schlucken bestimmt.
Die zentrische Relation ist die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer bei physiologischer Kondylenposition und bildet die Grundlage für die Aufstellung künstlicher Zähne. Dieser Schritt ist zentral für die Totalprothesenherstellung; Fehler führen zu Okklusionsstörungen, unharmonischer Höhe des unteren Gesichtsdrittels, unnatürlichem Aussehen, Kau- und Sprachbeschwerden sowie Kiefergelenksproblemen.
Der vierte Termin ist die Wachseinprobe. Die künstlichen Zähne werden anatomisch auf der Wachsbasis aufgestellt und im Mund einprobiert. Zahnposition, Okklusion, Mittellinie, Lachlinie, Gesichtsfalle und Ästhetik werden geprüft und bei Bedarf korrigiert, bevor die Prothese im Labor fertiggestellt wird.
Beim fünften Termin wird die fertige Prothese eingesetzt. Sitz, Randlänge, Basispassung, Okklusionskontakte und Ästhetik werden geprüft; Frühkontakte und zu lange Basenränder werden eingeschliffen. Der Patient wird in Einsetzen, Herausnehmen, Reinigung, Pflege und Tragehinweisen angeleitet.
Der sechste Termin dient Kontrolle und Anpassung. Nach 1 Woche, 1 Monat und 3 Monaten werden Eingewöhnung, Druckstellen oder Ulzera beurteilt, Druckpunkte der Basis eingeschliffen, Retention und Okklusion geprüft. Bei langfristigem Tragen sind regelmäßige Kontrollen nötig; bei deutlicher Alveolarkammresorption sind Unterfütterung oder Neuanfertigung erforderlich.
Meist 5-6 Termine, Gesamtdauer etwa 1-2 Monate einschließlich Laborzeit. Sofortprothesen können vor Extraktion hergestellt und direkt nach Extraktion eingesetzt werden, benötigen aber nach 3-6 Monaten häufig Unterfütterung oder Neuanfertigung.
Kosteninformationen
Geschätzte Preisspanne
€500 – €5,100
Enthaltene Leistungen
Gipsmodell, Basismaterial (Kunststoff/Gussmetall/Reintitan), Material der künstlichen Zähne (Kunststoffzähne/kunststoffverstärkte Zähne/Keramikzähne), Herstellungsverfahren (klassisch/digital).
Vor Ihrem Besuch
Wenn Sie bereits aktuelle, gültige Testergebnisse haben, bringen Sie die Berichte mit. Andernfalls können diese Untersuchungen in der Regel vor dem Eingriff in China durchgeführt werden.
Klinische Munduntersuchung: Beurteilung von Höhe, Breite und Form des Alveolarkamms, Schleimhautdicke und Elastizität, Frenulumansätzen, Gaumenform sowie Menge und Qualität des Speichels
Allgemeinbeurteilung: systemische Erkrankungen wie Diabetes, Hypertonie oder Herzerkrankungen und Fähigkeit, mehrere Termine sowie Prothesentragen zu tolerieren
Röntgen: bei Bedarf Panoramaschichtaufnahme zur Beurteilung von Restalveolarknochen, Wurzelresten, Zysten oder anderen Läsionen
Erstabdruck: Abformung des zahnlosen Kiefers zur Herstellung eines individuellen Löffels
Psychologische Einschätzung: Erwartungen und voraussichtliche Anpassungsfähigkeit an die Totalprothese
Mitbringen erforderlich
Frühere Unterlagen zu Extraktionen, Alveolarkammkorrekturen oder Prothesenversorgung
Vorhandene Totalprothese oder alte Prothese (falls vorhanden)
Aktuelle orale Untersuchung und Bildgebung (falls vorhanden)
Allgemeine Krankengeschichte
Medikamentenallergien
Aktuelle Medikamentenliste
Eine erwachsene Begleitperson für Heimweg und Beobachtung wird empfohlen; bei Vollnarkose, Sedierung, größeren Eingriffen, Kindern oder eingeschränkter Mobilität sollte die Begleitung nach Klinikvorgaben organisiert werden.
Nach der Behandlung
Zu Beginn sind Fremdkörpergefühl, vermehrter Speichelfluss, Übelkeit, undeutliche Aussprache und Kauprobleme deutlich; die meisten Patienten benötigen 1-3 Monate Eingewöhnung.
Anfangs mit weicher Kost beginnen, z. B. gedämpftes Ei, Tofu oder weiche Nudeln, und schrittweise zur normalen Ernährung übergehen; harte und klebrige Speisen vermeiden.
Üben, gleichzeitig mit beiden Seitenzähnen zu kauen, um Kippen der Prothese durch einseitiges Kauen zu vermeiden.
Aussprache üben, z. B. Zeitung laut lesen oder Zahlen zählen; in der Eingewöhnungsphase können Vokale wie A und O als Training helfen.
Druckstellen und Schleimhautulzera nach dem ersten Tragen sind normal; rechtzeitig zur Anpassung vorstellen und nicht selbst mit Sandpapier schleifen.
Nach jeder Mahlzeit die Prothese herausnehmen und abspülen, den Mund spülen und dann wieder einsetzen.
Vor dem Schlafen Prothese herausnehmen, reinigen und in kaltem Wasser aufbewahren; kein heißes Wasser verwenden, um Verformung zu vermeiden.
Prothese täglich mit weicher Zahnbürste reinigen, keine Zahnpasta verwenden; Prothesenreinigungstablette 1-2 Mal pro Woche einsetzen.
Den zahnlosen Alveolarkamm mit weicher Zahnbürste sanft massieren, um Durchblutung zu fördern.
Langfristiges Nichttragen beschleunigt die Alveolarkammresorption; tägliches Tragen von mindestens 8 Stunden wird empfohlen.
Kontrollen und Anpassungen nach 1 Woche, 1 Monat und 3 Monaten; danach regelmäßige Kontrollen alle 6-12 Monate. Bei deutlicher Alveolarkammresorption Unterfütterung meist alle 2-3 Jahre oder Neuanfertigung etwa alle 5-8 Jahre prüfen.
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